
Savio hat bei der Migros schnell seinen nächsten Karriereschritt gemacht. Heute führt er das Team im «Topolino» – mit viel Herz, System und echter Gastfreundschaft.
Schon beim Betreten des «Topolino» wird klar: Savio ist Gastgeber durch und durch. Schade, dass wir bereits gegessen haben, witzeln wir. Es ist 15:00 Uhr. Der Mittagsansturm ist vorbei und das Team räumt auf, damit das Migros-Restaurant in der Herdern für den nächsten Tag wieder glänzt und seine Gäste empfangen kann.
Nachdem wir mehrmals ausdrücklich bestätigen, dass wir wunschlos glücklich sind, gibt sich Savio geschlagen. Mit einem Kaffee in der Hand und guter Laune erzählt er uns von seinem Weg zum Küchenchef.
Wenn man will, kommt man weiter und hat echte Karrieremöglichkeiten.
Als Sous-Chef war Savio die rechte Hand und Stellvertretung des Küchenchefs. «Ein Sous-Chef ist stärker ins operative Geschäft eingebunden und setzt die Vision des Küchenchefs um.» Nach nicht mal einem halben Jahr ging es für Savio bereits weiter – in seiner neuen Rolle als Küchenchef.
Seitdem ist er mehr in der Planung und Administration tätig und führt ein «hammer» Team von fünf Leuten. Was Savio an seinem Job am besten gefällt? Genau das – sein Team. Der Umgang ist extrem familiär. Bei 500–1000 Essensausgaben im Restaurant braucht es ein gut eingespieltes Team. Im «Topolino» packen während des Hochbetriebs alle mit an.
Während unseres Gesprächs läuft immer mal wieder ein Mitarbeiter vorbei. Savio beginnt ungezwungen zu plaudern, sein Sous-Chef strahlt und winkt uns zum Abschied.

Im Vergleich zum À-la-carte-Betrieb sieht Savio in der Systemgastronomie einen klaren Vorteil: die geregelten Arbeitszeiten. Auch deshalb hat er in die Systemgastro gewechselt – um mehr Zeit für seine Familie zu haben. Für ihn ist klar: Systemgastronomie ist Gastronomie mit System. Dahinter stecken kontrollierte Abläufe und eine gewisse Ruhe.
Als Führungskraft ist es Savio wichtig, den Sinn hinter Veränderungen aufzuzeigen. Wenn sein Team versteht, weshalb etwas angepasst wird und was es der Kundschaft bringt, hilft das enorm. Gleichzeitig entsteht so auch ein Mehrwert für die Mitarbeitenden.
Man lernt mehr, wenn man auch mehr machen darf. Das beste Team ist eines, das mit eigenen Ideen auf die Führungsperson zukommt.

Als Nächstes steht mal ein neues Auto an. Dafür will er sich noch über den Flottenrabatt schlau machen.
Auch Savios Team nutzt die Benefits. Wer sie nicht nutzt, ist selbst schuld, findet er. Deshalb informiert er seine Mitarbeitenden regelmässig über die verschiedenen Vorteile.
Ich arbeite seit 16 Jahren in diesem Beruf und hatte noch nie solche Rabatte wie bei der Migros. Das senkt die Fixkosten massiv.
Da bleibt mehr Zeit und Geld für leckeres Essen. Ich bin neugierig: Wenn es für dich nur noch ein Gericht gäbe für den Rest deines Lebens – welches wäre es? Savio antwortet wie aus der Pistole geschossen: «Spaghetti Aglio, Olio e Peperoncino. Das könnte ich jeden Tag essen.» Und für die Gäste im «Topolino»? Da wäre es wahrscheinlich etwas Klassisches wie das Cordon bleu. «Das geht eigentlich immer.»
16:00 Uhr – Savio wird in die Küche gerufen. Der Kaffee bleibt stehen und ist schon kalt, als wir gehen. Was bleibt, ist die warme und herzliche Gastfreundschaft.
Merci, lieber Savio. Für uns ist klar: Wir kommen wieder. Aber nächstes Mal zum «Zmittag».
Interview vom 23. April 2026, JVZ