
Wenn Katja hinter die Frischfleischtheke tritt, ist sie in ihrem Element. Seit drei Jahren sorgt die gelernte Fleischereifachverkäuferin dafür, dass die Fleischtheke in Herblingen glänzt und perfekt bestückt ist.
Mit 15 habe ich die Lehre zur Fleischereifachverkäuferin gemacht. Ich bin seit 22 Jahren im Beruf tätig und vor drei Jahren zur Migros gewechselt. Ich habe immer in kleinen Familienbetrieben gearbeitet, aber irgendwann stösst du an eine Grenze. Du hast im Grunde ausgelernt und kannst dich nicht weiterentwickeln. Mein jetziger Bereichsleiter, der im gleichen Ort wohnt, hat gesagt, dass sie jemanden suchen, also habe ich mich beworben. Das war die beste Entscheidung meines Lebens.
Ich wollte einmal in meinem Leben in einen grossen Laden und dann auch noch in der Schweiz – das war was ganz Neues. Ich bin super aufgenommen worden, kann tolle Dinge umsetzen. Ich kann an der Frischfleischtheke alle Aktionen planen, kann mithelfen, den Umsatz voranzutreiben. Seit September bin ich Fachleiterin und darf ein Team von 13 Leuten führen. Ich bin weiterhin am Lernen, aber es macht mir «mega» Spass. Mein Ziel: Die beste Fachleiterin zu werden (lacht).
Für die Kund*innen soll alles immer frisch aussehen, nichts darf dreckig sein. Alles soll glänzen. Egal ob die Kundschaft morgen oder abends kommt – es soll immer gleich aussehen. Mir macht es unglaublich viel Freude, die Theke für unsere Kundschaft herzurichten. Da gehe ich richtig drin auf. Was soll bestellt werden, was läuft saisonal, welche Aktionen planen wir.
Das Allerwichtigste ist, dass das Tier immer wertgeschätzt wird. Man kann aus einem Tier so viele verschiedene Produkte herstellen, das finde ich sehr inspirierend.
Das Endresultat für die Kundschaft ist so vielschichtig, das macht meinen Beruf so faszinierend.
Vielleicht räume ich die Frischfleischtheke auf, dann fange ich an, die Ware auszuräumen und zu sortieren. Nach Poulet, Charcuterie, Fleisch. Dann wird alles eingeräumt in der Selbstbedienung. Das meiste geschieht noch vor Ladenöffnung. Mein Augenmerk liegt dann auf dem Betrieb: ist alles gut bestückt, wie organisieren wir die Pausen. Dann wird die Ware fürs Wochenende vorbereitet. Es ist immer sehr abwechslungsreich und «mega» cool in der «Metzg».
Am Anfang war das sicher die Grösse – die vielen Kolleg*innen. Das hat mich schon überwältigt. Von 12 auf 80 – das war definitiv eine Umstellung. Als Fachleiterin sind mir Wertschätzung und Kommunikation auf Augenhöhe extrem wichtig. Wenn du Personalführung noch nicht lange machst, ist es besonders wichtig, in stressigen Situationen Ruhe zu bewahren.
Sehr gut. Wir verstehen uns super im Team. Wenn jemand ein Anliegen hat, haben wir immer ein offenes Ohr und jeder kann seine eigene Meinung vertreten. Egal was ist, wir unterstützen uns immer gegenseitig. Das macht es sehr einfach.
Im Grossen und Ganzen ist es immer ein Miteinander. Ein Einzelner kann nie so viel leisten wie ein ganzes Team.
An einem guten Tag läuft alles perfekt und die Kund*innen sind zufrieden. Kundenzufriedenheit ist unser oberstes Gebot. Die Kundschaft soll sich immer wertgeschätzt fühlen am Ende des Tages. Jeder wird bei uns gleich bedient, egal ob er 50g oder 2kg einkauft. Und natürlich soll der Kund*innen jederzeit einen perfekten Laden vorfinden – egal zu welcher Uhrzeit.
Da waren schon einige dabei. Dinge, die für mich selbstverständlich sind, wie "Plätzli" klopfen werden so dankbar angenommen. Einmal habe ich dafür Schokolade erhalten. Vor Kurzem haben mein Kollege und ich im Intranet (?) eine schöne Resonanz erhalten – das war sehr schön. Das zeigt, dass alles, was du tust und wie du dich bemühst, kommt wirklich an. Das ist eine schöne Wertschätzung.
Ich muss sagen jetzt in meiner Position, ist es immer egal was gerade privat läuft. Ob ich gut geschlafen habe, oder nicht – ich stemple ein und muss funktionieren. Ich habe eine Vorbildfunktion, aber klar habe ich auch mal Kopfschmerzen. Dann kommuniziere ich das.
Einstempeln, Loslegen und Vollgas geben. Das ist meine Einstellung.
Ich bin als Deutsche in einem ganz anderen Arbeitsumfeld aufgewachsen. Ich fühle mich in der Migros extrem wertgeschätzt. Man sieht, wer leistet. Das ist ein ganz grosser Pluspunkt. Wenn du dich anstrengst und wenn du willst, wird das gesehen und gefördert. Diese Wertschätzung finde ich unglaublich toll. Kurz nach meinem Start bin ich aufgrund eines Meniskusriss ausgefallen. Da hatte ich schon Bammel. Aber ich habe nie Druck erhalten. Das war sehr entlastend.
Sehr stark. Stellt euch vor: Wir haben ein Schweinsnierstück. Daraus kannst du so viele Produkte machen. Verschiedene Steak-Variationen, oder im Blätterteig. Als Cordon Bleu oder paniertes Plätzli, marinieren für die Sommersaison. Das ist das Tolle, was meinen Beruf ausmacht.
Ich möchte mich etablieren als Fachleiterin und vielleicht in ein paar Jahren noch den Bereichsleiter machen. Schritt für Schritt. Ein Traum wäre dann noch der «Merchandiser». Das ist genau das Schöne bei der Migros. Du kannst dich hocharbeiten, wenn du das möchtest. Aber natürlich weiterhin im Bereich Fleisch. Das ist «meins». Ich bin geboren für Fleisch. Es liegt mir einfach. Dabei will ich bleiben.
Du kannst bei der Migros immer weiterkommen, es hängt von dir selbst ab und alle sind füreinander da. Das Menschliche steht im Vordergrund»
Entrecôte
Interview mit Katja Engelbert (25.03.2026)
Migros Genossenschaft Ostschweiz